Inspiration

Wie du deinen Haushalt langfristig auf die Reihe bekommst

Lounge 20 - Haushaltsmanagement betrifft jeden von uns - egal ob Single oder mit Familie, berufstätig oder nicht: wer einen Haushalt hat, muss ihn auch führen. Ich gebe euch ein paar konkrete Tipps mit auf den Weg, wie euch das nachhaltig gelingt.

Der heutige Post ist insofern eine Premiere für mich, als ich bis jetzt noch nie über sog. „Lifecoaching“-Themen geschrieben habe. Ich hatte diesmal allerdings wirklich Bock darauf, und da mir diese Tipps damals so sehr geholfen haben, wollte ich sie weitergeben. Wenn es nur einer (oder einem) von euch was nutzt, freut es mich schon sehr 🙂 Haushaltsmanagement, Putzen, Aufräumen, Wäsche … all diese Themen sind zugegeben nicht wirklich sexy. Trotzdem hat jeder von uns damit zu tun – irgendwelche Schlossbesitzer oder Prominente mit Vollzeit-Haushälterin vielleicht ausgenommen.

Es gibt kaum ein anderes Thema, das so viel Druck und Stress im Alltag erzeugen kann – wieviele Streitereien haben sich schon am leidigen Haushaltsthema entzündet.

Als Mutter von drei Kindern, die nebenbei auch berufstätig ist, möchte ich nicht, dass „Haushalt“ einen so großen Raum einnimmt, dass der Frieden in unserer Familie dadurch gestört ist. Ich persönlich habe keine Lust darauf, das halbe Wochenende mit aufräumen und putzen zu verbringen. Nach einer stressigen Woche sind Samstag und Sonntag für Familienzeit, Erholung, Sport und Spielen da – d.h. ich musste für uns einen Weg finden, das besser in unseren Alltag zu integrieren.

Ich habe Einiges ausprobiert im Laufe der Zeit, manches mal mit mehr, manchmal mit weniger Erfolg. Wirklich nachhaltig waren allerdings nur die folgenden Punkte; natürlich gibt es auch hier Tage, wo ich das nicht 100% durchziehen kann. Aber auch das gehört zu deinem inneren Frieden: einfach mal gut sein lassen, wenn es nicht geht. Dann machst du das einfach am nächsten Tag.

1. Routinen

Als Prozessmanagerin bin ich ein großer Freund von klaren und einfachen Abläufen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen.

Was hier besonders wichtig ist: es gibt keine allgemeine Routine, die für alle funktioniert und man braucht Zeit, seine eigene Routinen zu finden. Probiert einfach Verschiedenes aus und stellt euren Ablauf so zusammen, dass ihr das auch wirklich durchziehen könnt. Klappt wahrscheinlich nicht beim ersten, aber dafür dann vielleicht beim zweiten oder dritten Mal. Macht euch aber ja keinen Stress – jeder noch so kleine Schritt macht euer Umfeld (und letztlich auch euch) aufgeräumter und ausgeglichener; alles ist besser als GAR NICHTS zu tun.

Ich habe mir im Laufe der Zeit eine Morgen- und eine Abendroutine angeeignet – beide dauern nicht besonders lang, sind aber effektiv und geben mir auch an stressigen Tagen das Gefühl, etwas geschafft zu bekommen.

Morgens:

  • das Bett machen
  • eine Ladung Wäsche beginnen (bzw. die Wäsche von gestern abhängen, zusammenfalten und aufräumen)
  • überlegen, was es zum Mittagessen geben wird. Es nützt mir nicht viel, eine Essensplanung zu machen, wenn ich mittags bemerke, dass ich vergessen habe, das Fleisch aus der Tiefkühltruhe zu tun…

Abends:

  • meine Kleidung für den nächsten Tag herrichten (besonders ratsam, wenn man am nächsten Tag ins Büro muss; erspart jede Menge Stress)
  • 5 Minuten im Wohnzimmer zusammenräumen (wer kleine Kinder hat, versteht was ich meine)
  • Küchenplatte freiräumen (wenn ich frühmorgens in die Küche komme, gibt es mir ein ganz anderes Gefühl, wenn die Platte frei und sauber ist. Wenn ich sie vor dem Frühstück noch freiräumen muss, beginnt mein Tag gestresst).

Zu diesen Grundroutinen sind mittlerweile einige weitere Aufgaben nach und nach hinzugekommen – wenn es euch hilft, kann ich dazu einen eigenen Artikel schreiben. Das Prinzip bleibt aber immer gleich: Routinen werden wesentlich dazu beitragen, euren Kopf über Wasser zu halten, wenn es in eurem Alltag mal drunter und drüber geht.

2. Die magischen 15 Minuten

Die Grundidee dazu – und zu den anderen Punkten – stammt aus diesem Buch (nein, ist kein Affiliate-Link 🙂 ) und ist die folgende: sich 15 Minuten lang auf eine Aufgabe fokussieren. 15 Minuten zwischendurch sind absolut machbar und wenn man dabei bleibt und sich nicht ablenken lässt, schafft man sehr viel.

Egal, was ich zu Hause machen möchte oder muss – ich nehme meinen Timer auf meinem Handy, stelle ihn auf 15 Minuten und fange an. Es geht nicht darum, dass ihr so schnell wie möglich und gehetzt eure Aufgaben abarbeitet! Sondern darum, dass ihr euch eine Viertelstunde lang einer Aufgabe ruhig und gelassen, aber voll und ganz widmet. Sobald die Zeit abgelaufen ist, höre ich einfach auf. Danach habe ich für mich mein Tagessoll erledigt (wir erinnern uns: lieber jeden Tag kleine Schritte, als gar nichts..); alles was ich noch zusätzlich erledigen kann, ist super, aber keine Pflicht 🙂

3. Entrümpeln

Die Logik ist eigentlich ziemlich simpel – je weniger Zeug herumsteht, umso weniger muss ich aufräumen. Für das Entrümpeln gibt es verschiedenste Methoden, Bücher, Literatur; angefangen von der Konmari-Methode bis hin zu Feng Shui.

Für mich gilt hier wieder – lieber viele kleine Schritte, als zu große. Der Krempel kam nicht an einem einzigen Tag in eure Wohnung und wird diese auch nicht an einem Tag verlassen. Ich entrümple also mit der 15-Minuten-Methode (siehe oben) oder – noch besser – schaue jeden Tag bei meinen täglichen Aufgaben nach, ob es Dinge gibt, die entsorgt werden können:

  • alte Zeitschriften, die keiner mehr liest
  • leere oder halbleere Shampooflaschen, die keiner mehr benutzt
  • Spielzeug, das kaputt ist
  • abgelaufene Lebensmittel im Kühlschrank,
  • etc.

Sobald ihr etwas davon in der Hand habt – gleich entsorgen!

4. Wochenplanung

Vor kurzem bin ich dazu übergegangen, jeden Wochentag unter ein bestimmtes Motto zu stellen. Was jetzt vielleicht für manche ein wenig zwanghaft klingt, bringt für mich sehr viel Struktur und Ordnung in meine Woche und hilft erheblich, Stress zu minimieren. So verteile ich die Arbeit über die ganze Woche und schaffe auch bewusst Freiräume für mich selbst. Natürlich gibt es Wochen, wo ich diesen Plan aufgrund Dienstreisen, Schulveranstaltungen, etc. anpassen muss, aber die Grundstruktur bleibt immer gleich:

  • Montag – Aufräumen: ich gehe durch die Wohnung und räume in jedem Raum 10 Minuten auf. Wenn nötig, wechsle ich die Bettwäsche, räume Kleidung weg, staube ab, sauge kurz durch. Wenn möglich, mache ich das in einem Rutsch, wenn nicht, teile ich es einfach über den Tag auf.
  • Dienstag – Planungen: hier mache ich alle Planungen, Mails, Telefonate, die erledigt werden müssen. Arzttermine ausmachen, Mails beantworten, Essensplanung für die Woche erledigen und mit dem Einkaufszettel beginnen, Blogbeiträge planen, Organisatorisches und Finanzsachen erledigen.
  • Mittwoch – Projekte: ist für nicht beendete oder zu beginnende Projekte reserviert, seien diese noch so klein. Das kann ein Regal sein, das ich seit Wochen aufhängen will oder ein abgerissener Knopf, der mich schon lange nervt.
  • Donnerstag – FREI: da dies der stressigste Arbeitstag in der Woche ist, halte ich mir den ansonsten frei.
  • Freitag – Erledigungen: da dieser Tag für den Großeinkauf, Post, Apotheke, etc. eingeplant ist, brauche ich mich an den anderen Tagen nicht damit zu stressen.
  • Samstag – Familienzeit: ist für Unternehmungen mit der Familie vorbehalten (Kino, Ausflüge, Spaziergänge).
  • Sonntag – meine Auszeit: hier reserviere ich ganz bewusst meine Auszeit. Mal wieder ein Buch lesen, raus in die Natur, ein langes Bad, zum Sport gehen oder einfach nur eine Gesichtsmaske. Tut mir immer wieder gut und ist wahnsinnig wichtig.

Ich bin wirklich gespannt, was euch in eurem Alltag hilft, euren Haushalt im Griff zu halten – wenn ihr Tipps, Vorschläge oder auch Fragen zu dem Thema habt, lasst es mich einfach wissen – freue mich immer sehr über eure Kommentare. Wo ich jetzt so angefangen habe, hätte ich auch total Lust eine Artikelserie dazu zu machen….Essensplanung für Familien, stressfreies Kochen, Entrümpeln… was meint ihr? 🙂

 

Titelbild by Logan Nolin on Unsplash

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1 Comment

  • Reply
    10 Wege, um den Stress in deinem Leben zu minimieren - Lounge 20
    März 28, 2018 at 11:01 am

    […] kannst. Eventuell kannst du mal einen Tag von zu Hause aus arbeiten. Du kannst – wie hier schon beschrieben – einen bestimmten Tag der Woche zum „Erledigungs-Tag“ […]

  • Leave a Reply

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